Grundlagen
Bei Menschen mit Gicht ist der Harnsäuregehalt im Blut zu hoch. Meist ist die Ursache eine verminderte Harnsäureausscheidung über die Nieren (genetisch bedingt) in Kombination mit einer erhöhten Zufuhr von Purinen über die Nahrung.
Was sind Purine?
Purine sind ein wichtiger Bestandteil der Körperzellen, u. a. als Komponenten unserer Erbinformation. Wenn Körperzellen absterben, gelangen Purine aus dem Zellkern ins Blut.
Dort werden sie allmählich abgebaut und mithilfe zahlreicher Enzyme zu dem Endprodukt Harnsäure umgewandelt. Überschüssige Harnsäure wird über die Nieren als Urin ausgeschieden. Purine werden dem Körper zum Teil von außen durch die Nahrung zugeführt, können aber auch vom Körper selbst produziert werden.
Die Purin- und Harnsäure-Werte lassen sich ineinander umrechnen:
- 1 Milligramm Harnsäure entsteht aus 0,42 Milligramm Purin,
- 1 Milligramm Purin wird in 2,4 Milligramm Harnsäure umgewandelt.
Ernährungsempfehlungen
Die Obergrenze für Purine liegt bei 500 mg täglich. Während eines Gichtanfalls empfiehlt es sich, sich besonders streng purinarm zu ernähren.
Die Nahrung sollte dann höchstens 300 mg Harnsäure pro Tag und höchstens 2 g Harnsäure pro Woche enthalten.
Nahrungsmittel mit wenig Purin
- Getreide und Getreideprodukte, helle Brotsorten, Nudeln, Mehl und Backwaren
- Butter, mehrfach ungesättigte Margarine und Öl
- Früchte, Nüsse und Erdnussbutter
- Gemüse
- Milchprodukte (bevorzugt fettarm).
Nahrungsmittel mit viel Purin
- Fleisch (vor allem rotes Fleisch) einschließlich Innereien
- Fisch und Schalentiere, z. B. Sardellen, Sardinen, Niere, Leber, Fleischextrakte
- Fleischbrühe
- Hefe und Hefeextrakt
- Bohnen, Erbsen, Linsen, Spinat, Spargel, Blumenkohl und Pilze
(ein mäßiger Konsum von purinhaltigem Gemüse wird nicht mit der Entwicklung von Gicht assoziiert) - Gesüßte Limonaden und Fruchtgetränke
(Die Fruktose ist das einzige bekannte Kohlenhydrat, das den Harnsäurespiegel und das Gichtrisiko erhöht) - Bier, hochprozentiger Alkohol und andere alkoholhaltige Getränke.
Quelle: Deximed